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40 Jahre Dorferneuerung in Tirol: Zukunft gestalten und Ortskerne beleben

Steinach am Brenner mit Kirche
©Ewald Fröch/stock.adobe.com

Dorfzentren lebendig zu erhalten, leerstehende Gebäude zu revitalisieren, historische Bausubstanz zu bewahren und Gemeinden mit klimafitten Grünflächen auszustatten – diesen Aufgaben widmet sich die Geschäftsstelle für Dorferneuerung des Landes Tirol nun seit vier Jahrzehnten. Seit 1985 wurden rund 3.700 Projekte begleitet. Zum Jubiläum fanden im Landhaus feierliche Veranstaltungen statt, bei denen Landeshauptmann Anton Mattle die Bedeutung der Initiative hervorhob.

Er unterstrich, dass Tirols Gemeinden Orte des Miteinanders seien und ihre Lebendigkeit maßgeblich zur Lebensqualität beitrage. Genau hier setze die Dorferneuerung an, indem sie Vorhaben unterstütze, die Ortszentren stärken, Baukultur erhalten und gleichzeitig Möglichkeiten für leistbares Wohnen schaffen, ohne wertvolle Grünräume zu beeinträchtigen. Die Vielzahl an umgesetzten Projekten in den vergangenen 40 Jahren zeige deutlich den Wert dieser Initiative.

Von Sanierungen bis zur Ortsentwicklung

Seit ihrer Gründung hat die Geschäftsstelle in allen Tiroler Gemeinden an nahezu 3.700 Projekten mitgewirkt – von der Instandsetzung denkmalgeschützter Almensembles über neu gestaltete Dorfplätze bis hin zur Wiederbelebung leerstehender Häuser oder der umfassenden Planung neuer Ortsteile. Beispielhafte Projekte aus allen Bezirken stehen im Downloadbereich bereit.

Neben Fördermitteln bietet die Dorferneuerung vor allem fachliche Beratung und begleitet Gemeinden bei Gestaltungswettbewerben. Einen Überblick über Themenschwerpunkte und Unterstützungsangebote bietet die Website des Landes.

Unterstützung für Gemeinden und Private

Förderungen und Beratung können sowohl Gemeinden als auch Privatpersonen in Anspruch nehmen – sei es für die Neugestaltung eines Dorfplatzes oder die Renovierung eines leerstehenden Hauses für Wohnzwecke. Diana Ortner, Vorständin der Abteilung Bodenordnung, erklärte, dass die Geschäftsstelle sowohl bei der Umsetzung konkreter Vorhaben als auch bei der gemeinsamen Ideenfindung helfe. Besonders im öffentlichen Raum werde auf Dialog gesetzt: Gemeinsam mit Bürgerinnen, Bürgern und Entscheidungsträgern würden vor Ort Möglichkeiten für eine nachhaltige Gestaltung der Ortszentren erarbeitet.

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Eine zentrale Rolle spielt der Gestaltungsbeirat, der in städtebaulichen, landschaftsgestalterischen und architektonischen Fragen berät. Das Expertenteam unterstütze sowohl Projekte der Dorfentwicklung, Infrastruktur oder Freizeitgestaltung als auch Bauvorhaben privater Auftraggeber wie Hotels oder Bürogebäude.

Qualität, Begegnung und Nachhaltigkeit im Fokus

Ein Schwerpunkt der Projektbegleitung liegt auf architektonischer Qualität und dem Erhalt der Tiroler Baukultur. Historische Bauten sollen in ihrem Charakter bewahrt und gleichzeitig neuen Nutzungen zugeführt werden. Nachhaltige Gestaltung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Unterstützt werden etwa Begrünungen, neue Wasserplatzkonzepte oder das Anlegen öffentlicher Grünbereiche. Durch die Wiederbelebung leerstehender Gebäude wird zudem Bauland geschont.

Dorfoasen als neue Begegnungsräume

Mit dem Format „Dorfoase“ werden Gemeinden dabei unterstützt, kleine, qualitätsvolle Treffpunkte zu schaffen, die Menschen aller Generationen zusammenbringen. Unter externer fachlicher Begleitung können Gemeindebürgerinnen und -bürger aktiv an der Gestaltung ihres Lebensumfeldes mitwirken. Dabei können unterschiedliche Themen und Materialien eingesetzt werden. Gemeinschaftliches Arbeiten, regionale Ansätze sowie Re- und Upcycling gehören zu den prägenden Elementen dieses Formats.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Land Tirol/Veröffentlicht am 09.11.2025

Verfasst von Nima