Die Tourismusregion Wagrain-Kleinarl arbeitet gemeinsam mit der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg (PMU) an einem zukunftsweisenden Projekt: Im Rahmen des dreijährigen, grenzüberschreitenden EU-Vorhabens „Re:Gen Travel – Regeneration, Tourismus und Lebensqualität in der EUREGIO“ entsteht der erste KI-gestützte Regenerationscoach. Dieses digitale Tool soll Gästen künftig nicht nur Orientierung geben, sondern sie individuell auf ihrem Weg zu mehr Erholung begleiten. Die Ergebnisse des ersten Projektabschnitts im Juli 2025 übertrafen sogar die Erwartungen der Initiatoren.
Wolfgang Wild von Wagrain-Kleinarl Tourismus erklärte, dass sich die anfängliche Idee inzwischen zu etwas weit Größerem entwickle. Er hob hervor, dass Erholung nicht nur das wichtigste Reisemotiv sei, sondern auch ein zentraler Gesundheitsfaktor. In einer immer schneller werdenden Welt steige die Belastung, während das Bedürfnis nach echter Regeneration wachse. Urlaubsgäste blieben mit diesem Wunsch häufig allein – genau an diesem Punkt setze das Projekt an.
Ein Coach, der Urlaub begleitet und Wirkung entfaltet
Wagrain-Kleinarl positioniert sich seit Jahren als Destination, die mentale Regeneration in den Mittelpunkt stellt. Gemeinsam mit der PMU wurden sieben Regenerationszonen mit mehr als 75 Plätzen identifiziert und wissenschaftlich analysiert. Der KI-Regenerationscoach bildet nun die nächste Stufe dieser Entwicklung: eine digitale, lernfähige Begleitung, die individuell auf die Bedürfnisse der Gäste eingeht – im Urlaub und darüber hinaus.
Coaching statt Konsum – ein neuer Ansatz
Der Fokus liegt nicht auf zusätzlichen Produkten oder Programmen, sondern auf echter Begleitung. Der digitale Coach soll durch Gespräche, Fragen und einfache Übungen dabei unterstützen, die Verbindung zur Natur wiederzuentdecken. So kann die Umgebung ihre Wirkung optimal entfalten und die Gäste zugleich mit ihrer eigenen inneren Balance in Kontakt bringen.
Für die fachliche Ausrichtung wurde die britische Erschöpfungs-Expertin Anna Schaffner hinzugezogen, die 2024 das Buch „Erschöpft“ veröffentlichte. Sie unterstützt das Projekt bei der Entwicklung echter Coachingprozesse. Urlaub biete, so ihre Einschätzung, die ideale Voraussetzung für Veränderung, da sich Reisende bewusst aus ihrem Alltag herausnehmen und in ein neues Umfeld begeben.
Technologie als Unterstützung – nicht als Ersatz
Der KI-Coach ist nicht als Ersatz für menschliche Begegnungen gedacht, sondern als Werkzeug, das Erholung in den Alltag integrierbar macht. Wild betonte, dass Regeneration zu den entscheidenden Zukunftsthemen gehöre und neue technologische Ansätze notwendig seien. Schaffner ergänzte, dass das Besondere am Coach darin liege, den Menschen in seiner konkreten Situation in den Mittelpunkt zu stellen – im Zusammenhang mit Ort, Umfeld und persönlichem Zustand. Damit werde Regeneration nicht nur zugänglich, sondern erstmals auch skalierbar.
Intelligente Gästekarte mit Zukunftspotenzial
Tourismusdirektor Stefan Passrugger sieht zudem die Möglichkeit, dass der Coach langfristig die klassische Gästekarte ersetzen könnte. Anstelle standardisierter Angebote könnten Gäste situationsbezogene Empfehlungen erhalten, die auf Stimmung, Bedürfnissen oder Tagesform basieren. Für den Tourismus eröffne dies völlig neue Wege der Individualisierung und Wirksamkeit.
Innovation aus der Region heraus
Das Projekt entsteht nicht theoretisch am Reißbrett, sondern aus einer Region, die sich seit Jahren konsequent der Regeneration widmet. Passrugger betonte, dass der Weg zur Marktreife zwar noch andauere, das Potenzial jedoch riesig sei. Ziel sei es, Menschen dabei zu unterstützen, Regeneration als Teil ihres Lebens zu verankern – mit einem dialogorientierten Ansatz, der nicht belehre, sondern begleite.
Fazit
Mit dem KI-Regenerationscoach wird Erholung digital, individuell und wissenschaftlich fundiert erlebbar. Für Touristiker eröffnet sich damit ein neues Feld gezielter Gästebegleitung, während KI-Entwickler ein spannendes Anwendungsgebiet mit gesellschaftlicher Relevanz vorfinden.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Wagrain-Kleinarl Tourismus/ Veröffentlicht am 03.09.2025
