Der österreichische Arbeitsmarkt steuert auf ein Jahr mit hoher Dynamik zu. Rund zwei Drittel der Beschäftigten planen, 2026 den Arbeitgeber zu wechseln. Grundlage dafür ist eine aktuelle Befragung von knapp 2.000 Erwerbstätigen. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die anhaltend hohe Inflation und der Wunsch nach einem besseren Einkommen zentrale Treiber dieser Entwicklung sind. Für Unternehmen steigt damit der Druck, rasch gegenzusteuern, um qualifizierte Mitarbeitende zu halten.
Gehalt als Hauptmotiv für den Wechsel
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflussen die Wechselbereitschaft derzeit stärker als in den vergangenen Jahren. Für fast ein Viertel der Befragten ist ein höheres Gehalt der wichtigste Grund, einen neuen Job in Betracht zu ziehen. Dieser Wunsch steht in engem Zusammenhang mit den finanziellen Zukunftsängsten vieler Menschen: Steigende Preise und Inflation werden von mehr als einem Drittel als größte persönliche Sorge genannt.
Seitens hokify wird beobachtet, dass klassische Zusatzleistungen und flexible Arbeitsmodelle an Bedeutung verlieren, wenn das Einkommen nicht mehr ausreicht, um den Alltag zu finanzieren. Da interne Gehaltsanpassungen häufig nicht mit der Teuerung Schritt halten, sichern viele Beschäftigte ihre Kaufkraft durch einen gezielten Wechsel zu besser zahlenden Arbeitgebern.
Arbeitgeberimage verstärkt die Wechselneigung
Die Unzufriedenheit mit der Bezahlung wird zusätzlich durch die eher schwache Bewertung vieler Arbeitgeber verstärkt. Mit einem Durchschnittswert von 2,9 von 5 erreichen Unternehmen lediglich ein mittleres Gesamtergebnis. Besonders kritisch ist, dass nur ein kleiner Teil der Beschäftigten den eigenen Job mit der Bestnote bewertet.
Aus Sicht von hokify reicht ein durchschnittliches Abschneiden im Wettbewerb um Fachkräfte nicht mehr aus. Wenn ein Großteil der Belegschaft grundsätzlich wechselbereit ist, kann bereits ein attraktives Angebot eines Mitbewerbers ausreichen, um Kündigungen auszulösen. Unternehmen sind daher gefordert, die emotionale Bindung, Wertschätzung im Alltag und die Identifikation mit dem Arbeitgeber gezielt zu stärken.
Dienstleistungsberufe besonders betroffen
Eine hohe Wechselbereitschaft zeigt sich vor allem in klassischen Dienstleistungsbereichen. Den größten Anteil stellen Beschäftigte aus Administration und Büro, gefolgt von Handel und Verkauf. Aber auch in Produktion und Logistik zeichnet sich ein spürbarer Personalbedarf ab, da viele Mitarbeitende offen für neue berufliche Optionen sind.
Wechselbereitschaft über alle Altersgruppen hinweg
Die Analyse macht deutlich, dass Jobwechsel kein reines Thema der jungen Generation sind. Zwar stellen die unter 35-Jährigen insgesamt einen großen Anteil der Wechselwilligen, doch auch in der mittleren Altersgruppe plant ein relevanter Teil eine berufliche Veränderung. Den höchsten Einzelanteil bilden jedoch die 46- bis 55-Jährigen. Selbst bei den über 55-Jährigen zeigt sich noch eine beachtliche Offenheit für neue Aufgaben.
Hokify weist darauf hin, dass Unternehmen Fluktuation nicht ausschließlich als Problem junger Mitarbeitender betrachten dürfen. Gerade erfahrene Fachkräfte sind bereit, für bessere Rahmenbedingungen wie höheres Gehalt, verbesserte Arbeitsbedingungen oder mehr Flexibilität den Arbeitgeber zu wechseln. Gleichzeitig ist es entscheidend, junge Beschäftigte frühzeitig zu binden, da sie sonst ihr Potenzial bei anderen Unternehmen entfalten.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von hokify/Veröffentlicht am 13.01.2026
