in

Neuer Fernbus-Terminal stärkt Wiens Rolle als internationaler Mobilitätsknoten

Reisebus
©Henry Schmitt/stock.adobe.com

Mit dem neuen Fernbus-Terminal setzt Wien einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung zukunftsfähiger Mobilität. Gemeinsam mit erfahrenen Partnerunternehmen entsteht ein leistungsfähiges Drehkreuz für den internationalen Reiseverkehr, das den Wirtschaftsstandort Wien nachhaltig stärkt.

Mit dem Baubeginn im Dezember startet die Umsetzung eines langfristig angelegten Infrastrukturprojekts, das die Verkehrsanbindung der Stadt verbessert und Wien als internationalen Mobilitätsknoten weiter positioniert. Realisiert wird der Terminal durch die WSE Wiener Standortentwicklung GmbH, ein Unternehmen der Wien Holding. Der offizielle Baustart erfolgte am 9. Dezember 2025 im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern aus Stadtpolitik, Bezirk und Wirtschaft.

Barbara Novak, Amtsführende Stadträtin für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Digitales, hob beim Spatenstich hervor, dass der neue Fernbus-Terminal einen wesentlichen Beitrag zu einem modernen und leistungsfähigen Mobilitätsstandort leiste. Die Investition erfolge verantwortungsvoll und mit langfristiger Perspektive, verbessere den Komfort im internationalen Reiseverkehr, entlaste die Bezirke und unterstütze die wirtschaftliche Entwicklung Wiens. Zugleich zeige das Projekt, wie gemeinsam mit starken Partnern nachhaltige Stadtentwicklung und hochwertige öffentliche Räume geschaffen werden könnten, die einen dauerhaften Mehrwert für Bevölkerung und Standort bieten.

Auch Markus Ornig, Wirtschaftssprecher der NEOS im Wiener Gemeinderat und Landtag, unterstrich die Bedeutung des Terminals für Tourismus und Wirtschaft. Ähnlich wie der Flughafen Wien sei auch der Fernbus-Terminal ein zentraler Bestandteil der städtischen Infrastruktur. Mit dem Baustart werde der Grundstein für eine Anlage gelegt, die dem Anspruch einer internationalen Metropole gerecht werde.

Vorausschauende Planung und Erfahrung mit Großprojekten
Die Umsetzung erfolgt im Rahmen eines mehrstufigen Genehmigungsverfahrens und basiert auf einer langfristigen Entwicklungsstrategie, wie sie für Infrastrukturprojekte dieser Größenordnung üblich ist. In einem ersten Schritt entstehen der Fernbus-Terminal, ein Hotel sowie ein Steg über den Handelskai und die ÖBB-Gleise, der den Terminal mit dem rechten Donauufer verbindet. In einer zweiten Phase soll – abhängig von stabilen Rahmenbedingungen am Immobilienmarkt – das im Realisierungswettbewerb vorgesehene Hochhaus errichtet werden. Die Wien Holding bringt über die WSE ihre umfassende Expertise in der Entwicklung und Umsetzung großer Infrastrukturvorhaben ein, die sie unter anderem bereits bei der benachbarten Sport Arena Wien erfolgreich eingesetzt hat.

Auch interessant:  Österreichs nostalgische Eisenbahnstrecken

Erfahrene Partner für Betrieb und Hotellerie
Mit dem Baustart stehen alle zentralen Projektpartner fest. Den Betrieb des Terminals übernimmt die BGR Busterminal GmbH, ein Konsortium der Unternehmensgruppen Blaguss, Gschwindl und Dr. Richard. Die drei Unternehmen bündeln ihre langjährige Erfahrung im österreichischen Busverkehr und setzen gemeinsam auf Qualität, Serviceorientierung und technische Innovation, um einen effizienten und kundenfreundlichen Terminalbetrieb sicherzustellen.

Als Gewinnerin des europaweiten Konzessionsverfahrens verantwortet die BGR Busterminal GmbH den laufenden Betrieb und bringt umfangreiche Erfahrung im nationalen und internationalen Linienverkehr ein. Der Terminal wird ganzjährig und rund um die Uhr geöffnet sein. Geplant sind 30 überdachte Haltestellen, großzügige Wartezonen mit kostenfreiem WLAN, Ticket- und Informationsschalter, digitale Leitsysteme sowie ein vielfältiges Gastronomie- und Shopangebot. Ergänzt wird das Service durch barrierefreie Sanitäranlagen, Schließfächer, einen Wickel- und Stillraum sowie Ruheräume für Buslenkerinnen und Buslenker. Ein klar strukturiertes Verkehrs- und Sicherheitskonzept sorgt für geordnete Abläufe und klare Wegeführungen.

Im zweigeschossigen Betriebsgebäude entlang des Handelskai sind zusätzlich Räumlichkeiten für polizeiliche und behördliche Dienste vorgesehen, um Sicherheit und Einsatzbereitschaft direkt vor Ort zu gewährleisten. Damit soll ein reibungsloser, effizienter und komfortorientierter Betrieb für alle Reisenden sichergestellt werden.

Auch der Hotelbetrieb ist fixiert: Die Odyssey Hotel Group realisiert in Zusammenarbeit mit der Radisson Hotel Group ein Lifestyle-Hotel der Marke Radisson RED mit 220 Zimmern. Das Haus wird mit Restaurant, Bar und offenen Begegnungszonen als Treffpunkt für Reisende, Veranstaltungsbesucherinnen und -besucher sowie Anrainerinnen und Anrainer dienen. Die Odyssey Hotel Group zählt zu den wachstumsstarken Hotelbetreibern Europas und betreibt derzeit 25 Hotels mit mehr als 3.800 Zimmern in mehreren europäischen Ländern.

Gemeinsam mit der Stadt Wien tragen alle Projektpartner zu einem modernen und nachhaltig gestalteten Ankunftserlebnis bei, das die Mobilitätsstrategie der Stadt sinnvoll ergänzt. Der Standort zwischen Stadion Center und Handelskai verfügt über eine direkte U2-Anbindung und liegt nur wenige Gehminuten von der Donau entfernt. Damit entsteht ein urbaner Netzknoten mit hoher Aufenthaltsqualität und klarer Signalwirkung für die Dynamik des Standorts Wien.

Auch interessant:  Geschäftsreisen mit der Bahn - Vor- und Nachteile für Österreicher

Klare Projektsteuerung und gesicherte Finanzierung
Der zentrale Fernbus-Terminal Wien wurde 2019 vom Wiener Gemeinderat beschlossen, um bestehende, nachteilige Standorte durch eine zeitgemäße Infrastruktur für den internationalen Busverkehr zu ersetzen. Nach der einvernehmlichen Auflösung des Vertrags mit den früheren Investoren wird das Projekt nun von der auf Immobilienentwicklung spezialisierten WSE Wiener Standortentwicklung GmbH umgesetzt.

Aufgrund der aktuell schwierigen Marktlage im Büroimmobilienbereich wird das Projekt zunächst ohne das geplante Hochhaus im südlichen Teil des Areals realisiert. Eine spätere Umsetzung bleibt vorgesehen. Auch bei dieser modularen Vorgehensweise bietet der Standort Handelskai optimale verkehrliche und infrastrukturelle Voraussetzungen.

Die Vienna Terminal & Hospitality Development GmbH, eine Tochtergesellschaft der WSE, verantwortet die Errichtung des Terminals und des Hotels. Der Kapitalbedarf bis zur geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2029 beträgt rund 158 Millionen Euro. Zur Absicherung der eigenwirtschaftlichen Umsetzung stellt die Stadt Wien über die Wien Holding temporär Eigenmittel in Höhe von 45 Millionen Euro zur Verfügung, die im Zuge der stufenweisen Projektentwicklung wieder rückgeführt werden sollen.

Nachhaltige Architektur und Entlastung der Umgebung
Der von der Burtscher-Durig ZT GmbH geplante Terminal verbindet architektonische Qualität mit funktionaler Effizienz und nachhaltiger Stadtentwicklung. Überdachte Busbuchten, barrierefreie Wege, digitale Orientierungssysteme sowie ein lichtdurchlässiges, begrüntes Dach schaffen eine offene und freundliche Atmosphäre.

Die direkte Anbindung an die A23 über die Anschlussstelle Handelskai reduziert den Verkehr in den umliegenden Wohngebieten spürbar. Neue Rad- und Fußwege über eine moderne Brücke verbessern die Verbindung zum Donauufer. Begrünte Aufenthaltsbereiche, Ladeinfrastruktur für E-Fernbusse und ein innovatives Regenwassermanagement verknüpfen Mobilität, Umwelt und Stadtentwicklung zu einem ganzheitlichen, nachhaltigen Gesamtkonzept.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Stadt Wien/Veröffentlicht am 09.12.2025

Verfasst von Nima