In weiten Teilen Tirols gilt aktuell die Lawinengefahrenstufe 4 (groß). Damit herrscht im freien alpinen Gelände eine sehr kritische Situation für Wintersportlerinnen und Wintersportler.
Weitere Schneefälle und Wind verschärfen die Lage
Für Donnerstag bis Freitagfrüh werden verbreitet weitere 20 bis 40 Zentimeter Neuschnee prognostiziert, örtlich auch darüber hinaus. Gleichzeitig weht teils kräftiger Wind aus unterschiedlichen Richtungen. Dadurch bilden sich umfangreiche Triebschneeansammlungen, die sich auf einer bereits stark geschwächten Altschneedecke ablagern.
Diese Kombination führt dazu, dass Lawinen sehr leicht ausgelöst werden können. Auch größere Lawinenabgänge sind unter diesen Bedingungen möglich. Die Schneedecke bleibt nach Einschätzung der Fachleute auch über das gesamte Wochenende hinweg äußerst störanfällig.
Während intensiver Niederschläge müsse laut Lawinenwarndienst mit spontanen Abgängen gerechnet werden. Darüber hinaus seien typische Warnzeichen wie dumpfe Setzungsgeräusche oder sichtbare Rissbildungen als klare Alarmsignale zu werten. Auch sogenannte Fernauslösungen seien verbreitet möglich, was bedeute, dass Lawinen selbst aus größerer Entfernung ausgelöst werden könnten.
Appell an Wintersportlerinnen und Wintersportler
Angesichts der angespannten Lage ruft das Land Tirol Wintersportbegeisterte eindringlich dazu auf, gesicherte Pisten nicht zu verlassen und vorerst auf Skitouren sowie Variantenfahrten im freien alpinen Gelände zu verzichten. Verantwortliche betonen, man werde nicht müde, auf die sehr gefährliche Situation hinzuweisen. Die Verbindung aus Neuschnee, starkem Wind und einer extrem schwachen Altschneedecke führe zu einer hochriskanten Lage abseits der präparierten Bereiche.
Der Verzicht auf Touren im alpinen Gelände diene sowohl der eigenen Sicherheit als auch dem Schutz anderer.
Zahlreiche Lawinenabgänge bestätigen die Gefahr
Wie ernst die Situation ist, zeigen auch die Ereignisse vom Mittwoch: Der Leitstelle Tirol wurden insgesamt 33 Lawinenabgänge gemeldet. Zwei Menschen verloren dabei ihr Leben, eine weitere Person wurde schwer verletzt. Von politischer Seite wurde darauf hingewiesen, dass diese tragischen Vorfälle die reale und akute Bedrohung deutlich machten. Wintersportlerinnen und Wintersportler sollten die Warnungen unbedingt ernst nehmen, da kein Gipfel und keine Abfahrt ein solches Risiko rechtfertige.
Negativlawinen unbedingt melden
Um unnötige Such- und Rettungseinsätze zu vermeiden, wird darum gebeten, auch sogenannte Negativlawinen zu melden. Dabei handelt es sich um Lawinenabgänge, bei denen keine Personen zu Schaden gekommen sind. Wer einen solchen Vorfall beobachtet, soll diesen unverzüglich der Leitstelle Tirol melden – telefonisch über die Notrufnummer 144, den Alpinnotruf 140 oder über die SOS-EU-Alp-App.
Aktuelle Informationen zur Lawinensituation sind unter www.lawinen.report abrufbar.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Land Tirol/Veröffentlicht am 19.02.2026
