Tirol gehört mit rund 15.000 Kilometern markierter Wanderwege zu den bedeutendsten Wanderregionen Europas. Jahr für Jahr zieht das Wegenetz, das überwiegend vom Alpenverein betreut wird, mehr als fünf Millionen Menschen in die Berge. Gleichzeitig nimmt jedoch auch die Zahl der Unfälle zu. Ein Grund dafür sind nach Einschätzung der Verantwortlichen auch Bilder in sozialen Netzwerken, die den Eindruck vermitteln, anspruchsvolle Touren seien leicht zu bewältigen. Spektakuläre Gipfelerlebnisse und eindrucksvolle Panoramafotos verleiten offenbar immer häufiger dazu, Risiken zu unterschätzen. Im Jahr 2025 wurden in Tirol insgesamt 5.146 Alpinunfälle registriert, so viele wie noch nie. 81 davon endeten tödlich. Österreichweit kamen 255 Menschen bei Alpinunfällen ums Leben.
Zu den häufigsten Ursachen zählen laut Alpinpolizei unzureichende Vorbereitung, eine falsche Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und ungeeignete Ausrüstung. Auch die wachsende Zahl an Menschen, die in den Bergen unterwegs sind, trägt zur steigenden Unfallzahl bei. Das Land Tirol und die Alpinpolizei erinnern deshalb an wichtige Grundregeln, die vor und während einer Wanderung beachtet werden sollten.
Sicherheit beginnt schon bei der Tourenplanung
Nach Einschätzung der Alpinpolizei beginnt eine sichere Wanderung lange vor dem Start. Wer seine Tour sorgfältig vorbereitet, kann das Unfallrisiko deutlich senken. Dazu gehört, die Wettervorhersage zu prüfen, eine Route zu wählen, die zur eigenen Kondition passt, und sich über Schwierigkeit, Beschaffenheit des Weges und mögliche Schlüsselstellen zu informieren.
Der Leiter der Alpinpolizei Tirol, Viktor Horvath, betonte, entscheidend sei eine ehrliche Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit. Der Trend zu immer anspruchsvolleren Touren verleite viele Menschen dazu, ihre Grenzen zu überschreiten. Man solle sich dabei nicht von Erwartungen oder Vergleichen unter Druck setzen lassen. Gerade bei mehrtägigen Wanderungen sei es sinnvoll, zunächst leichtere Touren zu wählen und die Belastung nach und nach zu steigern.
Ausrüstung und Verpflegung nicht unterschätzen
Ebenso wichtig ist eine passende Ausrüstung. Profilierte Wanderschuhe, wetterfeste Kleidung sowie ausreichend Essen und Getränke sollten nach Ansicht der Alpinpolizei auf keiner Tour fehlen. Horvath empfiehlt, beim Packen möglichst wenig Gewicht mitzunehmen, dabei aber nichts Wesentliches zu vergessen. Zur Grundausstattung zählen demnach ein Erste-Hilfe-Set, trockene Wechselkleidung und ein Biwaksack. Außerdem sollte alles sicher im Rucksack verstaut sein, damit lose befestigte Gegenstände außen am Gepäck nicht zu Verletzungen führen.
Orientierung sichern und Route mitteilen
Gerade im alpinen Gelände ist Mobilfunkempfang nicht immer verfügbar. Deshalb wird empfohlen, neben digitalen Hilfsmitteln wie GPS-Geräten oder Wander-Apps auch eine klassische Wanderkarte mitzunehmen. Zusätzlich sollten Angehörige oder Bekannte immer über die geplante Route informiert werden. Im Notfall kann so schneller Hilfe organisiert werden.
Auch der Zugriff auf mobile Geräte sollte für Ernstfälle vorbereitet sein. Als zusätzliche Hilfe wird auf die SOS-EU-ALP-App hingewiesen. Bei einem Notruf übermittelt sie den Standort direkt an die zuständige Leitstelle und stellt zugleich eine Sprachverbindung her. Wird die Funktion für den Standortverlauf aktiviert, speichert die App nach jeweils 100 zurückgelegten Metern die Position. Falls eine Suchaktion nötig wird, können diese Daten genutzt werden, um die Suche gezielter und schneller zu organisieren.
Für Fotos kein unnötiges Risiko eingehen
Die Verantwortlichen warnen auch davor, sich von Bildern in sozialen Netzwerken täuschen zu lassen. Was auf Fotos mühelos aussieht, kann in Wirklichkeit mit langen, schwierigen Aufstiegen, anspruchsvollen Wegpassagen, plötzlichen Wetterumschwüngen und alpinen Gefahren verbunden sein. Horvath machte deutlich, dass die Berge keine Bühne für Selbstdarstellung seien und nicht jede Aussicht ein zusätzliches Risiko rechtfertige.
Besonders kritisch sei die Ablenkung durch Smartphones während des Gehens. Nach Angaben der Alpinpolizei ereignen sich jedes Jahr zahlreiche Unfälle, weil Wandernde in entscheidenden Momenten auf ihr Handy schauen. Schon ein kurzer Moment der Unachtsamkeit könne genügen, um auszurutschen oder einen Fehltritt zu machen. Ein Foto verliere jeden Wert, wenn dafür die eigene Sicherheit aufs Spiel gesetzt werde.
Alle wichtigen Hinweise für sicheres Verhalten am Berg sind zusätzlich in einem Informationsfilm des Landes Tirol zusammengefasst.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Land Tirol/Veröffentlicht am 04.06.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.