Skip to content
3DPanorama.at
Reisen + Natur

Wildbienen am Kaunergrat werden erstmals erfasst

aktualisiert: 26. August 2026 10:55
Wildbiene
Wildbiene ©Oleksandr Filatov/stock.adobe.com

Der Naturpark Kaunergrat untersucht in diesem Jahr erstmals systematisch die Wildbienen an den Fließer Sonnenhängen. Das Gebiet ist als Naturschutz- und Natura-2000-Gebiet ausgewiesen und gilt als besonders artenreicher Lebensraum.

Bereits zur Halbzeit der Erhebung konnten 50 Wildbienenarten nachgewiesen werden. Darunter befinden sich auch seltene Spezialisten wie die Rote Schneckenhausbiene, die Schwarze Mörtelbiene und die Rote Fingerkraut-Sandbiene.

Förderung durch IUCN und Land Tirol

Möglich wird das Projekt durch eine Förderung des IUCN-Programms „Youth Action on Pollinators“ sowie durch die Unterstützung der Naturparkforschung durch das Land Tirol.

Naturschutzlandesrat René Zumtobel sieht in dem Projekt einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz. Gerade angesichts schwindender Biodiversität und rückläufiger Insektenbestände sei es entscheidend, Wissenslücken zu schließen. Nur Arten und Lebensräume, die genau bekannt seien, könnten gezielt geschützt und unterstützt werden.

Tirol beherbergt rund 400 Wildbienenarten

In Österreich gibt es rund 700 Wildbienenarten. Etwa 400 davon kommen in Tirol vor. Wildbienen spielen eine zentrale Rolle bei der Bestäubung vieler Pflanzen und damit auch für einen großen Teil der Nahrungsmittelproduktion.

Viele Arten sind hochspezialisiert. Ihr Überleben hängt stark davon ab, ob passende Pflanzen, geeignete Nistplätze und intakte Lebensräume vorhanden sind.

Fließer Sonnenhänge als Hotspot der Artenvielfalt

Der Naturpark Kaunergrat ist bereits als bedeutender Lebensraum für Schmetterlinge bekannt. Auch für Wildbienen bieten die Fließer Sonnenhänge besonders gute Bedingungen.

Das trocken-warme Klima und die artenreichen Trockenrasen machen das Gebiet zu einem wichtigen Rückzugsraum für spezialisierte Wildbienenarten. Schutzgebietsbetreuerin Elisabeth Falkeis verweist darauf, dass im Natura-2000-Gebiet dank des Projekts erstmals ein systematisches Wildbienen-Monitoring umgesetzt werden kann.

Rote Schneckenhausbiene braucht viele passende Bedingungen

Ein besonderer Fund ist die Rote Schneckenhausbiene. Sie kommt nur an Trockenstandorten wie den Fließer Sonnenhängen vor und ist auf bestimmte Pollenquellen angewiesen. Dazu zählen kleinblütige Lippenblütler wie der Aufrechte Ziest sowie Schmetterlingsblütler.

Auch ihre Nistweise ist außergewöhnlich. Die etwa sieben Millimeter große Biene nutzt leere Schneckenhäuser, die sie mit Pflanzenmörtel und kleinen Steinchen verschließt. Besonders geeignet sind Schneckenhäuser, die geschützt unter Felsvorsprüngen liegen.

Projektleiterin Emilie Matthes erklärt, dass für das Vorkommen der Art mehrere Faktoren zusammenkommen müssen: passende Pollenpflanzen, ausreichend leere Schneckenhäuser und trockene, strukturreiche Standorte.

Bestäuber unter Druck

Wie stark Wildbienen gefährdet sein können, zeigen Daten aus Deutschland. Dort gilt rund die Hälfte der Wildbienenarten als gefährdet oder stark rückläufig. Für Österreich ist eine Rote Liste der Wildbienen derzeit in Ausarbeitung.

Zumtobel betont, dass die Bedeutung bestäubender Insekten häufig unterschätzt werde. Intakte Lebensräume seien wichtig, um den Kreislauf von Insekten, Pflanzen und Nahrungsmitteln zu erhalten.

Ausstellung und Pub Quiz zu Wildbienen

Interessierte können sich im Herbst selbst ein Bild von der Vielfalt der Tiroler Wildbienen machen. Am 29. September 2026 wird um 16 Uhr im Naturparkhaus Kaunergrat in Fließ eine Ausstellung mit Vortrag eröffnet.

Die Ausstellung ist von 29. September bis 31. Oktober 2026 täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Zusätzlich findet am 14. Oktober 2026 um 19 Uhr im Galway Bay Irish Pub in Innsbruck ein Pub Quiz zum Thema Wildbienen statt. Die Anmeldung ist ab 29. September über die Website des Naturparks möglich.

Naturpark reicht bis zum Alpenhauptkamm

Die Naturparkregion Kaunergrat erstreckt sich von den Toren der Bezirkshauptstädte Landeck und Imst bis zum Alpenhauptkamm. Sie umfasst das Pitztal, das Kaunertal und Teile des Inntals.

Auf knapp 59.000 Hektar deckt der Naturpark alle Höhenstufen der Alpen ab, von den Innauen bis zu den Dreitausendern der Ötztaler Alpen und der Wildspitze auf 3.768 Metern. Zu den bedeutenden Schutzgebieten gehören unter anderem die Trockenrasen und Sonnenhänge im Inntal, die Arzler Pitzeklamm, das Riegetal, das Piller Moor, der Kaunergrat und das Ruhegebiet Ötztaler Alpen.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Land Tirol/Veröffentlicht am 25.08.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.

Artikel teilen