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Virtuelle Freeride-Tour als interaktives Lernerlebnis

Lawinengefahr
©mRGB/stock.adobe.com

Die neue digitale Anwendung der Wissensplattform snow institute macht es möglich, abseits der gesicherten Pisten eine realitätsnahe Freeride-Situation virtuell zu erleben und dabei grundlegendes Wissen über Schnee und Lawinen zu vertiefen. Unter www.snow.institute stellt die Plattform kostenloses Lehr- und Lernmaterial in deutscher und italienischer Sprache zur Verfügung. Das aktuellste Angebot, das interaktive Tool „Decide before you ride“, zeigt auf spielerische Weise, wie Gefahren im Gelände erkannt, Risiken reduziert und fundierte Gruppenentscheidungen getroffen werden können.

Die speziell für Smartphones entwickelte Anwendung richtet sich in erster Linie an Jugendliche und ist unter www.snow.institute/e-learning kostenfrei abrufbar. Das Snow institute wurde vor zwei Jahren als gemeinsames Projekt des Landes Tirol, der Bergrettung Tirol und des Österreichischen Alpenvereins ins Leben gerufen, unter Mitwirkung aller zehn Arge Alp-Regionen. Seitdem erfreut sich die Plattform wachsender Beliebtheit: Mehr als 37.500 Zugriffe und rund 11.700 Downloads der Materialien wurden bislang registriert.

Sicherheitslandesrätin Astrid Mair hebt hervor, dass sich das Snow institute in kurzer Zeit zu einer zentralen Anlaufstelle für Wissen rund um Schnee und Lawinen entwickelt habe. Sie betont, dass das neue Lerntool das bestehende Angebot sinnvoll erweitere. Eine praktische Ausbildung im Gelände könne es zwar nicht ersetzen, jedoch hervorragend ergänzen und neue Zugänge zu einem motivierenden, praxisnahen Lernen eröffnen. Wer seine Entscheidungen zunächst im virtuellen Raum trainiere, handle im realen Gelände achtsamer und sicherer.

Clemens Matt, Generalsekretär des Österreichischen Alpenvereins, unterstreicht, dass die neuen digitalen Lernangebote einen wichtigen Beitrag zur Prävention leisten. Die Anwendung mache bewusst, wie entscheidend Wahrnehmung und Kommunikation im alpinen Gelände seien. Er verweist darauf, dass das gemeinsame Projekt zeige, wie moderne Wissensvermittlung gestaltet sein könne: interaktiv, realitätsnah und mit Freude am Lernen.

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Auch Ekkehard Wimmer, Landesleiter der Bergrettung Tirol, betont die Bedeutung solcher Angebote. Jede Lerneinheit, ob draußen im Gebirge oder virtuell, erhöhe die Sensibilität für Risiken und könne im Ernstfall entscheidend sein. Das neue Tool ermögliche flexibles, ortsunabhängiges Üben und sei besonders für junge Menschen eine ideale Ergänzung zu klassischen Lawinenkursen.

Ein virtueller Tag im Gebirge

Mit „Decide before you ride“ erleben Jugendliche eine digitale Freeride-Tour, die einen Tag im Gebirge möglichst realitätsnah nachbildet. Die Teilnehmenden sind Teil einer virtuellen Gruppe und müssen gemeinsam Entscheidungen treffen. Fehler gehören dazu und werden als Lernmoment genutzt: Fachleute geben unmittelbar Rückmeldungen, wie Situationen beim nächsten Mal besser eingeschätzt werden können.

Das Tool umfasst derzeit drei etwa zehnminütige Module mit verschiedenen Schwerpunkten:

Modul „Basics“: Standardmaßnahmen im Gelände.
Lernziel: Verstehen, wie grundlegende Verhaltensregeln das persönliche Risiko senken.

Modul „Augen auf“: Gefahrenzeichen.
Lernziel: Die Umgebung aufmerksam beobachten, Warnsignale erkennen und entsprechend handeln.

Modul „Sprecht miteinander“: Gruppendynamik und Kommunikation.
Lernziel: Erkennen, weshalb Kommunikation ein wesentlicher Bestandteil des Freeridens ist und wie Gruppengröße und -dynamik Entscheidungen beeinflussen.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Land Tirol/Veröffentlicht am 17.11.2025

Verfasst von Nima