Auf der To-do-Liste steht es ganz oben: das Homeoffice neu einrichten. Damit dies auch bei Platzproblemen gelingt, haben sich Einrichtungsexperten Gedanken dazu gemacht, wie sich dies umsetzen lässt. Denn das Arbeiten zu Hause will gut geplant sein, damit die Effektivität der Arbeit nicht leidet.
Homeoffice neu einrichten bei Platzproblemen
Im Homeoffice arbeiten zu dürfen, sehen viele Angestellte und Freiberufler als Chance, Familie und Beruf zu vereinen. Doch dieses Projekt scheitert oft gerade daran. Negativ wirken sich mangelnde Rückzugsorte aufgrund von Platzproblemen aus.
Die Kinder sehen Papa oder Mama und fordern ihr Recht ein. Sie möchten mit ihren Eltern spielen oder erzählen vom Kindergarten oder der Schule. Zu häufig muss der Laptop den Tellern und dem Besteck für die Mahlzeiten weichen. Das Sofa lädt mehr zum Entspannen als zum Arbeiten ein und das Bett zum Herumlümmeln – jedoch nicht zum produktiven Arbeiten. Und das Kinderzimmer ist von den Kindern besetzt.
Doch Innenarchitekten und Interior Designer machen das Unmögliche möglich. Sie wissen, wie Menschen mit Familie dennoch produktiv im Homeoffice arbeiten können. Sie raten, den Arbeitsplatz nicht mit den Arbeitsgeräten und Unterlagen in der Wohnung von Raum zu Raum zu wandern. Stattdessen sollte ein unauffälliger, beinahe unsichtbarer Arbeitsbereich geschaffen werden.
Dieser lässt sich mit Paravents, Regalen, Vorhängen oder mit Pflanzen abtrennen, sodass der Bereich einem eigenen kleinen zusätzlichen Zimmer ähnelt. Hinter den Raumteilern verstecken sich kleine Schränke zur Aufbewahrung, ein Schreibtisch, eine Schreibtisch- und, wenn möglich, eine Deckenlampe sowie ein Schreibtischstuhl. Ist noch Platz vorhanden, kann eine Pflanze das selbst geschaffene Homeoffice wohnlicher machen.
Lochplatten an der Wand bieten Möglichkeiten, Stiftbecher und andere kleine Dinge vom Schreibtisch fernzuhalten. An ihnen lassen sich kleine Ablagen für persönliche Gegenstände oder kleine Pflanzen anbringen. An der Lochplatte können mithilfe von Haken geflochtene Körbe angebracht werden, die zusätzlichen Stauraum im Homeoffice verschaffen.
Das Büro im Schrank und andere platzsparende Lösungen
Findet sich kein Platz für ein Homeoffice, ist Kreativität gefragt. Arbeitsplätze lassen sich mit schwebenden Arbeitsplatten an der Wand auf Treppenabsätzen und in Nischen unterhalb der Treppe einrichten. Diese Konstruktionen können auch in Schränken, etwa unter der Treppe, für andere unsichtbar verschwinden.
Zudem bieten klappbare Möbel wie Klapptische und Klappstühle eine schnelle Möglichkeit, einen Arbeitsplatz auf- und abzubauen und platzsparend zu verstauen.
Ergonomischer Arbeitsplatz
Menschen, die jeden Tag von zu Hause aus arbeiten, sollten jedoch auf haltbare und ergonomische Büromöbel setzen und möglichst einen eigenen Raum nutzen. Zu einem ergonomischen Arbeitsplatz gehört ein großer, reflexionsarmer LCD-Bildschirm mit mindestens 17 Zoll. Der Bildschirm ist so einzustellen, dass der Blick leicht nach unten gerichtet ist. Der Abstand zwischen den Augen und dem Bildschirm sollte fünfzig bis achtzig Zentimeter betragen. Tisch und Bildschirm sollten blend- und reflexionsfrei aufgestellt werden. Das Tageslicht kommt von der Seite.
Die Arbeitsfläche sollte der Tätigkeit angemessen groß ausfallen. Bei reiner Bürotätigkeit ist eine Fläche von:
50 cm × 60 cm minimal,
160 cm × 80 cm optimal und
120 cm × 80 cm, funktional.
Die Tischhöhe ist passend, wenn die aufliegenden Unterarme im rechten Winkel mit den Oberarmen stehen. Ist die Tischplatte nicht höhenverstellbar, sollte der Stuhl an die Tischhöhe angepasst werden. Kleine Personen brauchen möglicherweise eine Fußstütze.
Damit unterschiedliche Körperhaltungen eingenommen werden können, dürfen keine Gegenstände wie Papierkörbe oder Taschen im Weg stehen. Die optimale Bewegungsfläche beträgt 160 cm × 100 cm. Im Homeoffice arbeitende Menschen sollten zudem darauf achten, dass die Kabel so liegen, dass sie keine Stolperfallen darstellen.
Der Arbeitsstuhl ist optimal, wenn er durch 3D-Technologien Bewegungen in drei Dimensionen zulässt: nach vorn, hinten, rechts und links sowie nach oben und unten. Auf diese Weise unterstützt er die natürlichen Bewegungen. Zudem lässt sich die Sitzhöhe des Stuhles einstellen. Der dafür konzipierte Hebel ist gut erreichbar und einfach zu bedienen. Zusätzlich sollte sich das Federbein passend zum Gewicht des Nutzers einstellen lassen.
Armlehnen am ergonomischen Bürostuhl sind eher schädlich als nützlich, denn sie können zu Fehlhaltungen führen. Die Rückenlehne enthält eine Lordosenstütze. Die Lehne ist aber ebenso wie die Armlehnen nicht erforderlich, weil auch diese die freie, natürliche Beweglichkeit einschränkt. Bei einem optimalen ergonomischen Stuhl lässt sich zudem die Sitzfläche verstellen. Der Nutzer sollte sie, um eine gute Durchblutung zu erhalten, so einrichten, dass die Kniekehlen niemals auf der Sitzfläche aufliegen.
Die Beleuchtung im Homeoffice
Dunkle Räume machen den Menschen müde, Helligkeit dagegen wacher und konzentrierter. Deshalb ist es wichtig, das Homeoffice mit dem richtigen Licht auszuleuchten. Das Lichtkonzept unterscheidet zwischen der Allgemeinbeleuchtung und der Arbeitsplatzbeleuchtung. Wohnraumleuchten schaffen eine Grundbeleuchtung. Geht es jedoch darum, Dokumente zu lesen, ist eine Schreibtischleuchte unabdingbar. Diese sollte flexibel verstellbar sein und die Leuchten ein naturweißes oder tageslichtweißes Licht abgeben. Zudem können Tischleuchten, Pendelleuchten, Wandlampen oder Stehleuchten das Homeoffice ausleuchten.
Fazit
Ein Homeoffice neu einzurichten, ist in beinahe jeder Wohnung möglich. Für kleine Wohnungen empfehlen sich platzsparende Möbel und das Ausnutzen von Nischen oder ungenutzten Flächen, etwa unter der Treppe. Sofern ausreichend Platz vorhanden ist, sind ergonomische Büromöbel die richtige Wahl. Zusätzlich ist auf eine ausreichende Beleuchtung zu achten.
